Bochum: 84,- Euro Eintritt zur Veranstaltung Solidarität?!

Bochum. Beinahe ein anachronistischer Zug durch Deutschland findet derzeit statt. Mit ihrer neuen Denkschrift möchte die EKD sich bei den Menschen vor Ort zusammen mit dem DGB ins Gespräch bringen.

Der Haken daran: Der Eintritt für die Armen, um die es geht, kostet relativ zu dem Einkommen der Vortragenden mit 5,- Euro, umgerechnet auf deren Einkommen von angenommen 5.000,- Euro, ungefähr 84,- Euro. Würde man für diesen Preis eine Veranstaltung besuchen?

Tatsächlich sind Musikveranstaltungen oder Championsspiele im Fussball durchaus in dieser Preisklasse angesiedelt.

Hat die Veranstaltung einen vergleichsweisen Glamourwert?

Hier die Denkschrift downloaden – pdf

Schauen wir uns an, um was es geht!

„Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat kürzlich eine neue Denkschrift veröffentlicht mit dem Titel „Solidarität und Selbstbestimmung im Wandel der Arbeitswelt“. Unter dem Motto „Arbeiten 4.0″.

„Die Denkschrift analysiert Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt und reflektiert sie sozialethisch. Sieben Jahre nach der Denkschrift „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“ hebt die neue Denkschrift „die Bedeutung der Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften und Arbeitsgeber-Verbänden und ihr gemeinsames Bemühen um gute Arbeit hervor, gerade angesichts vieler prekärer Arbeitsplatzsituationen.“ Quelle

Nun hat die Diakonie mit ihrem Streit mit ver.di um den Dritten Weg selbst ein Eisen im Feuer. Die Denke der EKD, die mit einer Schrift von Prof. Jähnichen im Jahr 2006 einher ging, wurde in der Praxis anders erlebt. Die Gedanken des Professors zur letzten Denkschrift aus dem Jahr 2008, sind zum Thema Armut seinerseits angreifbar. Zum Beispiel, wenn er auf Seite 3 von der selbstverschuldeten Armut spricht. Die Soziologie und Psychologie reibt sich an dieser Stelle die Augen.

Es ist also kein Glamour zu erwarten, der 84,- Euro oder 5,- Euro Wert wäre.

Bleibt nur zu fragen, wieso die Veranstalter selber glauben, dass ihre Veranstaltung für Arme Menschen lukrativ sein sollte? Vielleicht die Feststellung, die verkündet werden soll, wo es heißt:

„Der Arme bleibt Teil der Gemeinschaft und hat ein Recht auf grundlegende Anerkennung.“
Fragt sich nur, ob diese Äußerung, angesichts der gelebten Praxis von Kirche, nicht mit Nachdruck mehr Leben eingehaucht werden sollte.

Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage angelangt wären. Was ist ein gerechter Lohn? (S. 18) Was ist ein gerechter Preis? Wie handelt man das aus?
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