Wie die Presse „Hartz IV“ als Makel benutzt und damit fälschlicherweise Minister Gabriel bewirft

Mit einer dpa-Meldung muss es angefangen haben. Die Presse berichtete in der Folge ab dem 28.07.2014 treu doof in diesem Sinne. Selbst das kritische „Freitag“ übernahm am 29.07.14 ohne zu recherchieren, was Gabriel eigentlich gesagt und gemeint hatte, einen Artikel, der schon einmal für falsche Informationen bekannt gewordenen Astrid Gärtner vom Gegen-Hartz-Portal, in dem diese Gabriel Diffamierung unterstellt.

Heute, über den Gelsenkirchener Lokalkompass darauf aufmerksam geworden, machte ich mich an die Recherche. Was hat Gabriel wohl auf dem Kongress der Energieversorger wirklich gesagt? Google machts möglich; in einer Viertelstunde hatte ich den Kongress von Ende Juni in Berlin herausgefunden. Mit Hinweisen auf die Verbandswebsite des BDEW und mit einem Video auf youtube. Darauf zu sehen ist die volle 45 Minuten-Rede von Minster Gabriel.

Gabriels Rede auf dem  BDEW Kongress 2014 vom 24.- 26. Juni in Berlin — ab 31. Minute: Gabriel sinngemäß zu seinem Vergleich: Bitte nicht missverstehen. Die Mehrheit der Menschen mit Hartz IV will arbeiten und findet keine Arbeit.

Mein Fazit danach: Wer es missverstehen will, hat es missverstanden.

Damit nicht genug.

Frau Müller, Geschführerin des BDEW machte ab 40. Minute aber eine abfällige Bemerkung zu Hartz IV – wohl als Retourkutsche in Richtung Gabriel. Offenbar hatte sie Gabriels Anmerkung (richtigerweise) als gegen den BDEW und die Energieunternehmen gerichtet aufgefasst. Gabriel versuchte darauf mit einem vergleichenden Einwand über Ein-Euro-Jobber die Hartz IV-Empfänger in Schutz zu nehmen. Jetzt wurde es echt peinlich. Frau Müller daraufhin: Spaß beiseite…

Meiner Meinung nach hätte allenfalls Frau Müller vom BDEW einen shit-storm der dpa verdient gehabt. Also gehört hier die Presseagentur getadelt. Und: Die Presse gehört ob ihrer fehlenden Recherche gerügt. Minister Gabriel statt Frau Müller in das Rampenlicht zu zerren mag politischen Hintergrund haben; zeigt auf jeden Fall deutlich wie die Presse offenbar versucht uns als Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen.

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