Schikane im Jobcenter, weil Mitarbeiter Kunden hassen?!?

JC-Mitarbeiter sehen rot um ihre eigenen Seelen zu retten?

Eine Userin im Spiegel-Portal schreibt auf eine Meldung zu Inge Hannemann: „Ich habe auch mal in diesem Bereich gearbeitet und festgestellt, dass die Kollegen den Stress und die moralischen Zweifel am Sinn ihrer Tätigkeit meistens dadurch bewältigten, dass sie anfingen, ihre Klienten zu hassen. So fiel es ihnen leichter, diese zu schikanieren. Frau H. hat einen anderen Weg gefunden und wird nun fertiggemacht.“ Spiegel-Online

Grundsätzliches zu einem Eilverfahren vor dem Arbeitsgericht (hier: wegen Versetzung ins Sozialamt): „Besteht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Streit, ob der Arbeitnehmer die vertraglich geschuldete Tätigkeit entsprechend bestimmter Weisungen des Arbeitgebers zu Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitstätigkeit zu verrichten hat, so ergibt sich für den Arbeitnehmer die Unsicherheit, ob er den Vorgaben des Arbeitgebers Folge leisten soll oder ob er dies verweigern soll. Folgt der Arbeitnehmer den Vorgaben des Arbeitgebers nicht, so läuft er Gefahr, nach einer entsprechenden Abmahnung eine verhaltensbedingte Kündigung zu erhalten. Daraus ergibt sich ein berechtigtes Interesse des Arbeitnehmers, die Wirksamkeit von Vorgaben des Arbeitgebers zu Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung gerichtlich überprüfen lassen zu können. Hierbei wird es nach allgemeiner Auffassung als grundsätzlich ausreichend erachtet, wenn der Arbeitnehmer eine solche Klärung im regulären Hauptsacheverfahren des arbeitsgerichtlichen Urteilverfahrens herbeiführen kann. Es wird regelmäßig als zumutbar angesehen, dass der Arbeitnehmer der Anweisung zunächst Folge leistet und deren Rechtsmäßigkeit sodann im Hauptsacheverfahren überprüfen lässt. Abweichungen werden nur in bestimmten, vom Arbeitnehmer darzulegenden und glaubhaft zu machenden Ausnahmefällen angenommen.“ Quelle

Möglicherweise hatte in dem Hamburger Eilverfahren niemand hinreichend vorgetragen, dass die Versetzung vom Jobcenter ins Sozialamt als „Strafversetzung“ empfunden würde, sonst hätte sich das Gericht in Hamburg damit auseinandersetzen müssen. (vgl. LAG Hamm, a.a.O, Rn 46 a.E., m.w.N.) – Mit dem bestehenden Resturlaubsanspruch bis zum Hauptsachetermin im Oktober war es natürlich für alle Beteiligten einfacher, alle Klippen zu umgehen und zu sagen, dann ist die Versetzung bis dahin erst einmal (ganz unheldenhaft) zumutbar und kann hingenommen werden.

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