BA in GE: Was macht die BA vor Ort im Bereich Skills?

Gelsenkirchen. Mit seiner jüngst getätigten Äußerung im Gemeinsamen Ausschuss hat BA-Geschäftsführer Tymister eine interessante Frage aufgeworfen. Nämlich, wenn die Erwerbslosen in Gelsenkirchen seiner Meinung nach nicht die erforderlichen Fähigkeiten (Skills) für weitere Ausbildung/Umschulungen mitbringen, was tun die BA und die Unternehmen dafür, das sie diese Skills bekommen?

Die EU hat das Problem der Skills als ein grundsätzliches Problem erkannt. Sie hat ein eigenes Portal (EU Skills Panorama) zu diesem Themenbereich eröffnet.

Wer nicht ins Mikro spricht, signalisiert unbewußt: „Sie können mich nicht verstehen!“

Hier werden exemplarisch derartige Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel: „Skill shortages,…,change over time. They can be tackled through continuing training.“

Veränderte Anforderungen an Fähigkeiten benötigen kontinuierliches Training um eine Marktanpassung zu erreichen.

Dann fragen wir doch mal, was die BA in Gelsenkirchen in dieser Richtung tut, wenn ihr Geschäftsführer fehlende Skills der Gelsenkirchener nun einmal öffentlich ausgemacht hat.

Denn schließlich gibt es eine Verantwortung der Unternehmen vor Ort: „Enterprises have a major role to play. … Now supply of human capital is changing. To prosper, enterprises must consider how to use a better-qualified workforce to bring competitive advantage.“ Quelle a.E.

Das gilt natürlich auch für die vermittelnde Tätigkeit der BA. Möglicherweise hat das deren Führung offenbar bis heute nicht wirklich verstanden. Oder will es nicht verstehen, weil ihr das nötige Geld fehlt. Aber das wär ja, so Tymister, vorhanden. Daran läge es nicht. Dann fragt sich, wo ist das Problem in den Führungsetagen der BA, das wir Gelsenkirchener die BA in diesem Punkt nicht verstehen?

Das Nicht-Verstehen-Können in Bezug auf die Besonderheiten des Gelsenkirchener Arbeits(losen)marktes, ist vielleicht auch eine Frage der Skills auf Führungsebene in der BA. Dazu muß man sich äußern – vielleicht auch verständlich und differenziert äußern. Aber wer, wie Hr. Tymister, bei seiner Antwort im Ratssaal nicht das Mikrophon benutzt, signalisiert, dass er nicht verstanden oder falsch verstanden werden will. Möglicherweise liegt hier ein Fall der fehlenden Fähigkeit der Sozialen Qualifikation einer Führungskraft vor.

In seiner Kritik an der fehlerhaften Auswahl von Führungskräften, die nach den Kriterien des Sachverstandes und nicht der sozialen Qualifikation ausgewählt werden, äußert sich der Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft so: „In vielen Unternehmen herrscht die Ansicht, die Fähigkeit zu führen ergebe sich von selbst, als gleichsam selige Erkenntnis.“ Als Führungs-Skills nennt er die Soziale Qualifikation.

Zu sagen, die Gelsenkirchener hätten nicht die geforderten Fähigkeiten für weitere Umschulungen, ist schon ein undifferenzierter Rundumschlag. „Ein Wertesystem zu implementieren, das nicht nur in Hochglanzbroschüren steht, sondern gelebt wird“, so die fachkundige Kritik des Präsidenten; das geht vor Ort in Gelsenkirchen offenbar anders. Menschen, die Gelsenkirchen und die Gelsenkirchener, pauschal schlecht machen, gibt es in der Welt da draußen genug. Das hat der Gemeinsame Ausschuss leider wieder mal betrüblich feststellen müssen. Da sollte von innen heraus ein anderer Führungsstil erwartet werden dürfen, als genau in diese Kerbe zu hauen.

Siehe auch:

  • „Führungskräfte scheitern zu 90 Prozent nicht an fachlichen Defiziten, sondern an mangelnder sozialer Kompetenz.“ – „Schwierigkeiten mit der jeweiligen Unternehmenskultur.“ (Umgangston) Süddeutsche
  • „Was den Aufsteigern beim Wechsel auf die nächste Führungsebene die meisten schlaflosen Nächte bereitet, sind entgegen mancher Erwartungen, nicht mangelnde Qualifikation oder fehlendes Fachwissen. Die befragten Manager sahen die größten Hindernisse auf dem Weg nach oben im Bereich der Soft Skills. Auf den vorderen Plätzen der größten Herausforderungen stehen das Navigieren durch die interne Politik, Networking und die Fähigkeit, sich auf andere Arbeits- und Denkweisen umzustellen.“ „Die neue Position erfordert meist eine komplette Umorientierung, was Anforderungen, Werte, und Priorisierung der Aufgaben angeht. Vor dem Antritt der Stelle sind sich viele Führungskräfte dessen nicht bewusst.“ Der Persönlichkeits-Blog
  • „Die Bildungspolitiker jeder politischen Couleur schauen zudem fast nur noch auf die Universitäten und haben die Berufsausbildung in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Der Rückgang der Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist standortgefährdend. Wenn es nicht gelingt, die Verpflichtungsfähigkeit der Sozialpartner über die neuen Instrumente Mindestlohn und leichtere Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen wieder zu stärken, bietet sich eine Ausbildungsplatzabgabe an, mit der man im Bauhauptgewerbe gute Erfahrung gemacht hat. Die Trittbrettfahrer werden an den Kosten des Allgemeinguts „Berufsausbildung“ beteiligt. Die auszubildenden Betriebe werden entlastet, was die Ausbildungsbereitschaft erhöht.“ Prof. Bosch
  • „An mangelnden schulischen Voraussetzungen (…) kann es nicht liegen. Wegen der doppelten Abiturjahrgänge ist die Zahl der Bewerber 2013 sogar gestiegen. Auch die schulische Ausbildung ist heute besser als früher. In Nordrhein-Westfalen haben z.B. zwei Drittel der Unversorgten einen Realschulabschluss oder sogar eine Studienberechtigung.“ Prof. Bosch

 

 

 

 

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