AMS: Was hätten Sie denn gern?

Auf meiner allerersten Website und in der Gelsenkirchener Erwerbslosenzeitung hatte ich mal über die professionellen Bedingungen in Österreich beim dortigen Arbeitsmarktservice (AMS) berichtet. Als ich zu meiner damaligen Verlobten nach Wien ziehen wollte, stellte mir ihr Sohn den AMS vor, zu dem er, als damals Zwanzigjähriger mit mehreren Vermittlungshemmnissen, regelmäßig ging. Ich war sehr verwundert darüber, dass der Vermittlungsdienst keine Abschreckung auf ihn ausübte. Als ich vor Ort die Verhältnisse kennenlernte, erfuhr ich warum. Hier ging es in einer freundlichen Umgebung menschlich zu.

Als zweites berichtete ich über den AMS, weil dieser die dort ausrangierten Notebooks an Erwerbslose spendete.

Nun macht Prof. Sell auf den AMS aufmerksam:

Künftig können Arbeitslose mitbestimmen, an welchen Kursen sie teilnehmen

„Vor dem Hintergrund der von vielen Seiten vorgetragenen Kritik an zahlreichen Maßnahmen und hierbei gerade an den „Aktivierungsmaßnahmen“, unter denen sich so einige finden lassen, bei denen man den Eindruck bekommt, sie dienen primär der Abschreckung oder der Provozierung eines Sanktionierungsgrundes aufgrund des Fernbleibens von oder gar Abbruchs der Maßnahme, macht dann diese Meldung aus unserem Nachbarland Österreich neugierig: „AMS Wien streicht sinnlose Kurse“:  mehr

„In Zukunft sollen sich die Arbeitsuchenden aus 20 „Kursbausteinen“, vom Bewerbungsunterlagen-Training über Gehaltsverhandlungen und Präsentationstechniken bis zum Umgang mit Absagen, das heraussuchen, was sie meinen zu brauchen.“

Prof. Sell: „Die Menschen müssen eine gewisse intrinsische Motivation aufweisen.“

Fazit: „Ganz bestimmte, höher qualifizierte Arbeitslose hingegen werden sicher in dem neuen System besser klar kommen und auch mehr Freiheitsgrade bekommen.“ – Aber ehrlich gesagt, das ging nach einer kleinen Diskussion mit der PAP bei ARGE und Jobcenter hier schon immer. Höher qualifizierte Arbeitslose sind nämlich meist über ihre Rechte besser informiert. Und dass ein Fallmanagement im Rahmen einer „freiwilligen“ Eingliederungsvereinbarung den „Kunden“ mitnehmen soll, war als Verhandlungsbasis, verbunden mit dem sprachlichen Vermögen diesen Standpunkt zu vermitteln, meist schon ausreichend, um nicht da zu landen, wo alle anderen ins System gelegt werden; (auch) um die Arbeitslosenzahlen zu schönen – was Prof. Sell vergaß zu erwähnen.

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