SGB II: BG und Soziales Paarungsverhalten

Prof. Sell beschreibt in einem Bericht sehr eindringlich, wie es um die soziale Mobilität bestellt ist. Reich und reich gesellt sich gern.

Am Ende seines Berichtes stellt er die Frage:, „Soziales Paarungsverhalten“ – ob das mal eine Kategorie wird in einem deutschen Jobcenter? Bis zur Bedarfsgemeinschaft ist man da ja schon gekommen.

Und die Regeln dafür sollen im Herbst wieder verschärft werden.

Fragt sich schon, ob es sich lohnt mit jemandem zusammen zu ziehen. Zumindest ist das dann ein Thema, wenn der eine Partner einen gut bezahlten Job oder Geld hat. Dann wird die Frage des Zusammenlebens auf Probe meist aus finanziellen Gründen von dem finanzstarken Partner abgelehnt werden. Wenn die Kriterien des finanziellen Einstehens in Zukunft verschärft werden, dürften die Chancen für eine „soziale Mobilität“ zwischen Arm und Reich weiter sinken. Danke für dieses Aufzeigen der Grenzen. Dieses Aufzeigen von Grenzen trifft bekanntermaßen die Armen historisch gesehen weit häufiger und intensiver. Mit den verschärften BG-Regeln im SGB II sinkt automatisch die Hoffnung, dass sich daran etwas ändern könnte. Die stetige Unterschicht (Schwarze in Amerika, Sinti (so Prof. Sell) wird um die Gruppe der Paria, Dalit und Hartzer erweitert.

Beabsichtigen Sie eine Reichen-Heirat?

Obwohl der Staat an einer größeren Durchlässigkeit eigentlich ein wirtschaftliches Interesse haben müsste: Würden durch gelockerte BG-Regeln die Grenzen für Soziales Paarungsverhalten weiter, hätte der Staat am Ende der BG mit der Heirat wirklich Geld – auch bei den Kindern des Paares – gespart. Das kurzfristige Sinnen des Staates auf finanzielle Entlastung ist insofern unklug. Die fehlende Weisheit der Politik scheint allein geprägt von dem Drang zur Wiederwahl, die auf der Mutmaßung beruht, ein ausgeglichener Staatshaushalt bezeuge politisch richtiges Handeln.

Möglicherweise machten Änderungen bei den BG-Regeln in Zukunft Sinn, die eine Heiratsabsicht mit in die Eingliederungsvereinbarung integrieren. Auch die Frage, ob Kinder geplant sind, kommt mit in die Eingliederungsvereinbarung. So weit kommt es noch, glaubt man dem gegenwärtigen Trend und den Analysten.

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