GE-Lobby gegen Inklusion. Folge: Soziale Ghettoisierung armer Kinder

Sonderpädagogen aus Gelsenkirchen mischen sich ein in den Streit um den Erhalt der Förderschulen in Gelsenkirchen. Der Inklusion in NRW droht insgesamt das (finanzielle) und gesellschaftspolitische Aus. Tatsächlich würde Inklusion in Zeiten der Ausgrenzung der Armen und Schwachen so dringend benötigt: „Die heutigen Förderschulen für Kinder mit Lern- und Entwicklungsproblemen sind wie zu Zeiten der Entstehung der Hilfsschule im ausgehenden 19. Jahrhundert Schulen für arme Kinder. Aus der extremen sozialen Entmischung und der hohen sozialen Belastung der Schülerschaft resultieren Bildungsarmut, negatives Selbstkonzept und in Verbindung damit auch abweichendes soziales Verhalten.

Wenn der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen in seinem diesjährigen Bericht an den Landtag „über die Prüfung des Schulbetriebs an öffentlichen Förderschulen“ feststellt, dass es zwar nur in sehr wenigen Fällen zu einer Rückschulung der Kinder mit Lernproblemen in die allgemeinen Schulen kommt, aber sehr viel häufiger Schüler/innen mit einem festgestellten Förderbedarf Lernen später als Schüler/innen mit emotionalen und sozialen Förderbedarf diagnostiziert werden, dann hört man das Misstrauen der Landesbehörde heraus. Zumal der Wechsel zwischen diesen Förderschwerpunkten ohne Wechsel des Förderortes den betreffenden Förderschulen zu einer günstigeren Schüler-Lehrer-Relation und damit zu einem höheren Lehrerstellenbedarf verhilft. Ohne den Verdacht auf „Selbstbedienung“ gänzlich auszuschließen, lässt sich das Ergebnis auch als Beleg dafür nehmen, dass die soziale Ghettoisierung in der Förderschule für etliche Schüler/innen durchaus umfangreiche Verhaltensprobleme nach sich zieht.   

Woran orientiert sich NRW?

Das Land will auf keinen Fall selbst Verantwortung übernehmen und einen bildungspolitischen Beschluss zur Schließung von Förderschulen treffen. Im Unterschied zu anderen Bundesländern spekuliert das Schulministerium aber mit der Kopplung des Elternwahlrechts an die Einhaltung von Mindestgrößen bei den Förderschulen gänzlich ungeniert in seiner Planung darauf, dass mit der Abgabe der Verantwortung „nach unten“ über das Elternwahlverhalten kurz- bis mittelfristig das Ende der Förderschulen im Bereich der Lern- und Entwicklungsprobleme eingeläutet wird. Die Befürworter der Förderschule stemmen sich gegen die Strategie des Schulministeriums.“ Inklusion – eine Herausforderung für die Sonderpädagogik? – bildungsklick.de.

Gelsenkirchen. „Denn viel wichtiger als eine barrierefreie Schule, so erklärte Marianne Michaelis von der Löchterschule, sei eine frühe sonderpädagogische Förderung, die die Kinder so stärke, dass sie anschließend in der Regelschule gut bestehen können. „Ansonsten erleben die Kinder ein frühes Scheitern“, warnte die Schulleiterin.“ WAZ. Mehr Wechsler vom Gemeinsamen Unterricht in Förderschule | WAZ.de

Weiterführend: Kommunen uneins über Inklusion in NRW(RP): Verfassungsklage in Münster?  und Spiegel online

  • Regierungserklärung am 20.02.: „Unterrichtung durch die Landesregierung:  Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden über einen Ausgleich möglicher finanzieller Auswirkungen einer zunehmenden schulischen Inklusion im Zuge der Umsetzung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes (Video)
  • Gelsenkirchen: Stadt investiert 33.600 Euro in einen Diagnose- und Förderraum der Beckerad-Grundschule. Hier wird die Lerndiagnose durchgeführt, die in Stufen bis zum Schulwechsel die Diskriminierung vollzieht.
  • Gelsenkirchen: Leythe-Schule ist Schwerpunktschule für das Gemeinsame Lernen. Ein Differenzierungsraum zur Förderung und Aussonderung wird eingerichtet. Kosten: 38.000,- Euro.
  • Gelsenkirchen: Anfrage Klug zu Kosten der Inklusion insgesamt – Antwort Dr. Beck: Höhe unbekannt. Deckung unbekannt.

Mehr Wechsler vom Gemeinsamen Unterricht in Förderschule | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/mehr-wechsler-vom-gemeinsamen-unterricht-in-foerderschule-id9039949.html#plx704291623

Denn viel wichtiger als eine barrierefreie Schule, so erklärte Marianne Michaelis von der Löchterschule, sei eine frühe sonderpädagogische Förderung, die die Kinder so stärke, dass sie anschließend in der Regelschule gut bestehen können. „Ansonsten erleben die Kinder ein frühes Scheitern“, warnte die Schulleiterin.Mehr Wechsler vom Gemeinsamen Unterricht in Förderschule | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/mehr-wechsler-vom-gemeinsamen-unterricht-in-foerderschule-id9039949.html#plx704291623
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