Öffentliches Rundschreiben an die Unterstützer des Gelsenkirchener Appells

Was ist der Gelsenkirchener Appell?

Initiative „Stellen anzeigen“ hat noch Fragen

In regelmäßigen Abständen taucht der Name „Gelsenkirchener Appell“ in der Tagespresse auf. Jedoch birgt diese Modell, welches einen öffentlich beschäftigten Arbeitsmarkt schaffen möchte, noch eine Menge Fragen. Die Initiative „Stellen anzeigen“ hat sich mit dem entsprechenden Text, der beim Integrationscenter für Arbeit und auch auf der Homepage der Stadt Gelsenkirchen zu finden ist, beschäftigt und vermisst ein entsprechendes Konzept.

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Die Nachwuchsorganisation der CDU in Gelsenkirchen lehnt den Gelsenkirchener Appell ab. WAZ

Prof. Sell – Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich (04.02.2014):

„Was man leider konstatieren muss ist eine „Entleerung“ der Instrumente öffentlich geförderter Beschäftigung in dem Sinne, dass es immer weniger bis gar nicht mehr möglich ist, höherwertige Formen der Beschäftigung realisieren zu können, also in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zu arbeiten. Zugespitzt formuliert: Die Optionen öffentlich geförderter Beschäftigung wurden eingedampft auf die Arbeitsgelegenheit nach der Mehraufwandsentschädigungsvariante, also dem, was umgangssprachlich als „Ein-Euro-Jobs“ bekannt ist. Diese Entwicklung ist zu kritisieren und zu beklagen–unabhängig davon hätte auch in einem neuen System der öffentlich geförderten Beschäftigung die Arbeitsgelegenheit nach der Mehraufwandsentschädigung ihren berechtigten Platz, nur eben nicht als der Regel oder sogar ausschließliche Fall einer Förderung. Angesichts der erheblichen Heterogenität der Menschen im Grundsicherungssystem brauchen wir nicht ein Förderinstrument, sondern ein Spektrum an ineinander greifenden Förderoptionen, bei denen die AGH mit Mehraufwandsentschädigung durchaus ihren Platz hätten. Aber wir brauchen dann auch innerhalb eines professionellen Settings an Beschäftigungsangeboten die Möglichkeit, die Betroffenen „aufsteigen“ zu lassen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Und auch für die Menschen, die über einen sehr langen Zeitraum in einer öffentlich geförderten Beschäftigung untergebracht werden (müssen), weil sie aus welchen einzelnen Gründen auch immer keinen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt finden (können), brauchen wir Beschäftigungsangebote, die sich in dem Normalitätsrahmen unseres Arbeitsmarktes bewegen. Aber um dahin zu kommen, muss eine Grundsatzentscheidung getroffen werden: Wollen wir eine teilhabeorientierte Ausgestaltung der Arbeitsmarktpolitik oder wollen wir den harten Kern“ der Langzeitarbeitslosen im passiven Transferleistungsbezug auf Dauer „stilllegen“. Denn genau das wäre die „Alternative“, die man offen aussprechen sollte.“ Quelle, S. 33 unterm Bild

„Nicht ohne uns über uns“ – dieser Leitsatz drückt für Ingrid Wüllscheidt, sozialpolitische Fraktionssprecherin der Grünen, „das wesentliche Anliegen des Inklusionsgedankens aus. Menschen mit Handicaps sind es leid, dass ständig über ihre Köpfe hinweg Entscheidungen getroffen werden, sie selbst aber kaum oder zu wenig einbezogen werden.“ WAZ
Das sollte auch für Langzeiterwerbslose mit Vermittlungshandicaps gelten.
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