Jobcenter IAG – Wachdienst Pleite?

Köln/Gelsenkirchen. Nur zum Mitschreiben:. Das Unternehmen, dass die zehn Sicherheitskräfte für die vier Jobcenter-Dienststellen stellt, hat Insolvenz angemeldet, zahlt seit Dezember keinen Lohn und die Sicherheitskräfte melden sich krank?! Und das IAG bietet den Gelsenkirchener Mitarbeitern „schnelle und unbürokratische Hilfe“ an?

Schön, dass das Jobcenter Verständnis für die Menschen hat, die sich nach langer Arbeitslosigkeit und erneutem Jobverlust „aufgeben“, wie die Mitarbeiter selbst schreiben:

„Lange arbeitslos und in Hartz-IV-Bezug, für die neue Aufgabe eigens geschult … und dann so etwas. „Für manche ist die Situation schon so schlimm, dass sie sich aufgeben, denn all ihre Mühe, wieder in Arbeit zu kommen, ist von heute auf morgen zerstört. Es bleibt ihnen nur übrig, sich wieder in die Hand der Verwaltung zu begeben, Hartz IV zu beantragen und Anträge als Mittellose zu stellen.“ via Wachdienst-Pleite – Mitarbeiter seit Dezember ohne Lohn | WAZ.de.

Das Eingreifen des Jobcenters ist wirklich lobenswert. Aber wieso die Krankmeldungen? Egal. Die Mitarbeiter haben sich Hilfe gesucht und gefunden.

Für alle, denen vielleicht auch mal so etwas passiert, hier einige Infos, wenn der Lohn mal ausbleibt und eine Insolvenz als Gerücht schon lange im Raum steht:

Es ist nicht gleich Schicht im Schacht. Also nicht sofort die Brocken hinschmeißen. Gewerkschaft wäre gut. Die wissen gleich guten Rat. Ansonsten, wie heißt es so schön auf der NRW-Justizseite zum Regelinsolvenzverfahren: „Die Insolvenzordnung bietet jedoch auch die Möglichkeit anderweitige Lösungen zu finden, die insbesondere eine Sanierung eines Unternehmens ermöglichen.“

Offenbar handelt es sich um ein fortgeführtes Unternehmen,  schaut man sich die weiterhin intakte Internetseite von GeSi Tech GmbH in Köln an. Bieten sogar noch offene Stellen an.

Also kommen wir zu den ausstehenden Lohnforderungen. Nach dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens geschieht bei AN-Beteiligung Folgendes:

„Um nachteilige Veränderungen in der Vermögensmasse des Schuldners zu verhindern, kann das Insolvenzgericht Sicherungsmaßnahmen anordnen. Dies ist in der Regel zum Beispiel dann erforderlich, wenn noch Vermögen (Bankguthaben, Grundbesitz oder sonstige Vermögenswerte) vorhanden ist oder das schuldnerische Unternehmen weiter fortgeführt wird und Arbeitnehmer beschäftigt werden.

In diesen Fällen wird meist ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Diesem ist es auch möglich die Lohnforderungen der Arbeitnehmer zu sichern. Diese sind in der Regel durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit (BA) gesichert. Auf Lohnrückstände aus den letzten drei Monaten vor Verfahrenseröffnung (oder vor Ablehnung der Eröffnung mangels Masse) zahlt die Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld in Höhe des Nettoarbeitsentgelts. Dieses wird zwar erst nach Insolvenzeröffnung (oder nach Abweisung des Antrags mangels Masse) gezahlt. Der vorläufige Insolvenzverwalter kann aber auf eine Vorfinanzierung hinwirken, indem ein entsprechender Kredit aufgenommen wird, der durch die spätere Zahlung des Insolvenzgelds gesichert ist. Aus dem aufgenommenen Kredit kann der vorläufige Insolvenzverwalter die Löhne der Arbeitnehmer zahlen und so das Unternehmen zumindest zunächst fortführen.“

Im Übrigen kann ich nur noch einmal raten: Leute geht in die Gewerkschaft, dann steht ihr mit solchen Problemen nicht so allein und hilflos da – von wegen „aufgeben“ und so.

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