1914: Der Prozess beginnt 2014: Jobcenter als Ort des Geschehens

Die Piratenpartei hat vor kurzem die Telefonliste der Jobcenter von Harald Thome übernommen.

In einem Statement vom 23.01.2014 vergleicht die Piratenpartei auf ihrer Website die Zustände im Jobcenter mit den Verhältnissen in Kafkas „Prozess“:

„Die Servicehotline des Jobcenters ist ein etwas komplexerer Anrufbeantworter, um das Zepter des Handelns in der Hand zu behalten. Hier wird Kafkas ‘Der Prozess’ nachgespielt. Und das geht so nicht weiter.«

via Transparenz-Projekt “JobCenter”: Kundenberater arbeiten störungsfrei ohne Kunden? › Piratenpartei Deutschland.

Zur Erklärung des Vergleichs Prozess – Jobcenter: „Josef K. versucht verzweifelt, Zugang zum Gericht (Jobcenter) zu finden, doch auch dies gelingt ihm nicht. Er beschäftigt sich immer öfter mit seinem Prozess (beim Jobcenter), obwohl er anfangs das Gegenteil beabsichtigte. Er gerät dabei immer weiter in ein albtraumhaftes Labyrinth einer surrealen Bürokratie (im Jobcenter). Immer tiefer dringt er in die Welt des Gerichts (Jobcenter) ein. Gleichzeitig dringt jedoch auch das Gericht (Jobcenter) immer mehr in Josef K.s Leben ein.“ wiki

Die Parallele der Piraten, die Zustände im Jobcenter mit denen in Kafkas Prozess zu vergleichen, ist tatsächlich naheliegend, will man den Beschreibungen einiger „Kunden“ glauben schenken, die sich derart mit dem Jobcenter identifizieren und mit ihm kämpfen wie gegen ein Monster.

Dabei ist die telefonische Nichterreichbarkeit des Jobcenters über die Vermittlungsstelle /Callcenter als Anrufbeantworter nur ein kleiner Aspekt eines nicht gelungenen Konzepts der Jobcenter-Organisation. Diese ist möglicherweise einer Massenverwaltung geschuldet, die mit Personalnotstand zu kämpfen hat.

Vielleicht sollte dem Bürger mal gesagt werden, dass der Personalstand – mit Urlaub, Krankheitstagen, Fallzahlen, Fortbildung – auf einem sehr niedrigen Niveau ist. Zuletzt sah ich die Idealvorgaben der BA für die PAP (Persönlichen Ansprechpartner) – 150 pro Jahr. Das ist angesichts der Anforderungen im Alltag natürlich lächerlich gering – die Realität in den Jobcentern vor Ort sieht anders aus. Die Piraten sollten mit ihrer Kritik mal beim Personalbestand ansetzen und mit den Gewerkschaften und der Geschäftsführung ein Netzwerk für mehr Personal bilden. Das wäre sinnvoll.

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