Jobcenter-Kritik im Jahre zehn

Die Hartz IV-Gesetzgebung wurde 2004 vollendet.

Im zehnten Jahr der Hartz IV-Gesetze, die die Einrichtung der Jobcenter mit dem Aktivierungsgedanken gegenüber Kunden etablierte, fällt die allgemeine Kritik an den Jobcentern immer noch deutlich negativ aus. Sozialgerichtspräsidentin Sabine Schudoma aus Berlin wird in der FAZ, „Das Elend mit Hartz IV“ (15.01.14, S. 4) so zitiert: „Nun müssten die Jobcenter ihre Arbeitsqualität nachhaltig verbessern.

In der Berliner Zeitung macht deren Redakteur Thomas Rogalla daraus etwas dramatischer: „Vor dem Gericht wird aus dem herablassend behandelten Jobcenter-„Kunden“ wieder ein Bürger.“

Das mag derjenige bezweifeln, der, wie Juristen und Berater, die Sozialrichter vor Ort kennt, die teilweise selber ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. So ist mir das jüngst angesichts der mehr als peinlichen Versuche zu Ohren gekommen, die es hinsichtlich der Mietgrenzen gibt. In manchen Städten finden die Sozialrichter immer noch keinen Zugang zu den verpfuschten Konzepten der Städte, die den armen Bürgern die notwendigen Kosten der Unterkunft auf erbärmliche Art und Weise vorenthalten. Und die Sozialrichter vor Ort finden kein Wort der Kritik daran, obwohl es jede Menge Fakten gibt, die zeigen, dass derartige Sparkonzepte nicht im Ansatz die Kriterien eines Schlüssigen Konzepts erfüllen, die das Bundessozialgericht aufgestellt hat. Mittlerweile ist den Städten immer häufiger nicht einmal eine teure Studie zu blöd um die auf diesem Auge teilweise blinden Sozialrichter zusätzlich zu blenden.

Das Gefühl Bürger zu sein, ist da, selbst vor dem Sozialgericht vor Ort, weit entfernt, erfahren werden zu können. Ganz im Gegenteil wird sich derjenige, der so aus seiner Wohnung verjagt werden soll oder zu einer Selbstzahlung getriebenen sieht, die er sich vom Munde abspart, als Getriebener oder Vertriebener fühlen.

Die moderne Psychologie definiert derartige Zustände als Stress, der den Menschen nicht gut tut.

via Kommentar zu Jobcenter-Klagen: Verhöhnung der Betroffenen

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