„Ausgemusterter “ Alg II-Empfänger, der kein Bafög erhält, ist Opfer von Unfähigkeit …

im Jobcenter, meint ein User auf der Infoseite von Prof. Sell, der über einen Fall aus Berlin berichtet, wo eine neue Ausbildungschance durch die falsche Information und Entscheidung im Jobcenter scheitert.

Der User Conrad Skerutsch (GF Werkstatt Frankfurt) schreibt: „Ein Blick ins BAFÖG hätte den Betroffenen und dem JC (Jobcenter) den Weg aufzeigen können:
Im § 2 Absatz 6 Ziff 1 steht: „Ausbildungsförderung wird nicht geleistet, wenn der Auszubildende 1.) Unterhaltsgeld, Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch oder Arbeitslosengeld II bei beruflicher Weiterbildung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch erhält…“ – Es hätte also ausgereicht, dass das JC einen Einzel-Bildungsgutschein (hierfür kann von einem AZAV-Zertifikat abgesehen werden) ausgestellt hätte. Die Kosten des Bildungsgutscheins wären ja bei Null gelegen, da es sich um eine staatliche Schule handelt. Dann hätte es kein BAFÖG-Anspruch „dem Grunde nach“ gegeben und der Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt wäre erhalten geblieben. Es ist eher ein Beispiel für die mangelnde Kompetenz in den Jobcentern.“

Herr Skerutsch nennt noch ein anderes Beispiel aus dem „Regelwahnsinn des BMAS“, wie er es nennt.

Tipp von Hr. Skerutsch für alle: „Wichtig ist aber um dem BAFÖG-Problem aus dem Weg zu gehen, dass das JC es zu einer Maßnahme der beruflichen Weiterbildung erklärt (also z.B. in der EGV so beschrieben ist).“

Probleme in der Beurteilung, ob eine Ausbildung geschafft werden kann, gibt es natürlich auch auf Seiten der BA. Ich hatte mal einen Fall als Beistand, da hatte jemand von St. ein Praktikum bei einem großen Gelsenkirchener Hafenlogistik-Unternehmen und die wollten ihn für eine Ausbildung haben. Da hat die BA-Sachbearbeiterin „Nein“ gesagt, er könne das nicht schaffen. Obwohl das Unternehmen das ja vielleicht besser beurteilen kann, dachte ich. Da bin ich mit aufs Amt und hab nachher nur gesagt, die wollen dich als Kunden behalten; anders kann ich es mir nicht erklären. Ich wollte mit dem Kunden weiter kämpfen, damit auch an die Medien; der Kunde wollte das aber nicht. Dafür muss mach ja auch die nötige Kraft haben. Siehe die Schilderung in dem o.g. Beispielfall: „Vor lauter Stress habe er Tinnitus bekommen, erzählt er, die Beziehung sei belastet, die Unsicherheit, wie es weitergehen soll, zermürbe ihn. „In der Schule, auf die ich mich so gefreut habe, kann ich mich gar nicht konzentrieren. Ich kann gar nicht lernen.“

Also auf jeden Fall vorher mit dem neutralen Arbeitslosenberater sprechen, bevor etwas gemacht wird, was am Ende nicht funktionieren kann.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s