Bundesregierung schönt Arbeitslosenstatistik und weist die Vorwürfe nicht mehr zurück

Berlin/2011. Ein Bericht von Thomas Öchsner über das Schönen der Arbeitslosenstatistik erregte leises Aufsehen.

Mehr als 100.000 Erwerbslose über 58 Jahre tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur auf – möglich macht das eine Sonderregelung, die 2008 beschlossen wurde. Würde man diese Gruppe berücksichtigen, erhöhte sich die Arbeitslosenrate der Älteren erheblich. Das Arbeitsministerium weist die Vorwürfe zurück.via Bundesregierung schönt Arbeitslosenstatistik – Politik – Süddeutsche.de.

Im Berlin im Jahr 2013 ist das Normalität. Ein vergleichbarer Bericht von Thomas Öchsner erscheint nicht einmal mehr digital. Die Aufregung hat sich gelegt. Die Antwort der Bundesregierung auf eine neuerliche Anfrage der Grünen zu diesem Themenkomplex fällt gelassen aus. Die Zahlen haben sich entsprechend erhöht. Ansonsten Business as usual. Oder passend zum Jahreswechsel: Same procedure as last year

Lediglich Frau Brigritte Pothmer von den Grünen wettert, die Bundesregierung wolle die zunehmende Erwerbslosigkeit der Älteren weiter schönrechnen, „anstatt mit einer ehrlichen Statistik das wahre Ausmaß der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zu dokumentieren“, sagt die Abgeordnete. Auf ihrer Website heißt es dazu: …eine ehrliche Statistik, mit der es zum Beispiel nicht mehr wie zurzeit möglich wäre, mehr als 150.000 ältere Arbeitslose einfach offiziell „verschwinden“ zu lassen!

Wie die Veränderungen der Wahrnehmung von Realität auch in der Bundesverwaltung um sich greift, zeigt Öchsner in seinem Artikel „Schöne Zahlen“ vom 28./29.12.13, S. 6, mit Folgendem auf:

„In der Bundesagentur will man die besonderen Probleme älterer Arbeitsloser jedoch nicht unter den Tisch kehren. In einer Analyse der Behörde heißt es über diese Gruppe von Jobsuchenden: „Ihr Alter an sich ist ein Vermittlungshemmnis.“

Hören wir noch einmal Frau Pothmer – als eine der letzten Empörten –  hierzu:„…auch der notwendige Richtungswechsel beim Umgang mit den dauerhaft Abgehängten fällt aus. Für viele von ihnen bedeutet das eine endgültige Absage.“

Die Bundesregierung wirft in ihrer Antwort auch einen „Blick auf die Beschäftigungsquoten Älterer, die ebenfalls seit Jahren stärker wachsen als die Beschäftigungsquoten der 15- bis 64-Jährigen insgesamt. Ein wichtiger Baustein hierbei ist das Bundesprogramm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“, das im Jahr 2005 aufgelegt wurde.“

Das Programm „Perspektive 50plus“ endet 2015.

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