2014: „Allegro“-Software kommt in die Jobcenter

Im neuen JobcenterReport der Betriebsgruppe Jobcenter Bielefeld geht es um folgende Themen:

  • Allegro kommt, was kommt da nur auf uns zu?

JobcenterReport Verdi – Sept 2013

Allegro steht für: “ ALg II LEistungsverfahren GRundsicherung Online

„Allegro kommt – Misstöne schon vor Einführung!!
Immer wieder verschoben, aber 2014 soll es nun wirklich kommen: Allegro, das Nachfolgeprogramm für A2LL. Wenn es irgendwann eingeführt ist und tatsächlich läuft, sind wir alle froh! Aber bis dahin wird es noch spannend. Geplant sind zunächst fünf Tage Schulung für jede und jeden in den Geldleistungen. Allein das macht bei 150 Beschäftigten 750 Arbeitstage, die zu vertreten sind. Dann kommt jede Menge Zeitaufwand für die mit der Umstellung sicher notwendigen Arbeitsgruppensitzungen und das Lesen der HEGAs, Mails, Anwenderhinweise usw. Und schließlich die eigentliche Arbeit: weit mehr als 18.000 Fälle müssen von dem einen in das andere Programm übertragen werden. Mit der Hand bzw. Tastatur. Während nun aber bei der BA langfristig schon mit Personalabbau in den Jobcentern gerechnet wird, weil das bei der  vorgesehenen besseren Effizienz von Allegro einfach unausweichlich sein muss, braucht man für die Einführung und den damit verbundenen Aufwand kein bisschen Personal. Wir wünschen unserer und allen  anderen Geschäftsführungen und den Personalvertretungen der Jobcenter vor Ort und auf Bundesebene viel Erfolg und einen langen Atem bei der Durchsetzung von Forderungen nach der angemessenen Personalausstattung.“

ver.di weiter: „Um es auf den Punkt zu bringen: das viel kritisierte Auszahlungsprogramm A2LL wird durch eine neues Controllingprogramm mit Auszahlungsfunktion ersetzt. Dies wird zu erheblichen per­sonellen Mehrbelastungen führen. So ist für eine Übergangszeit ein Parallelbetrieb vorgesehen, jedoch erfolgt die Eingabe der aktuellen Akten manuell. Damit wird klar, dass je nach Aktenumfang minde­stens 60 Minuten pro Fall als zusätzlicher Per­sonalaufwand anzurechnen sind. Um alle Akten manuell zu erfassen, werden bei sechs Millionen Leistungsberechtigten im SGB II zusätzlich über 3.000 Personalstellen für die Dauer eines Jahres gebraucht.“

Mein Kommentar:

Dieser Auffassung von ver.di kann man sich – auch im Sinne der Kundeninteressen – nur anschließen. Toi, toi, toi,… dass alles reibungslos über die Bühne geht.

Wird es natürlich nicht. Daher ist eine Information an die Kunden nötig, bei ausbleibenden Leistungen und falsch eingegebenen Daten die Ruhe zu bewahren. Wer die weltweite Datenaushorchung übersteht, kann auch diese örtliche Umstellung packen. Wichtig wäre nur eine rechtzeitige und umfangreiche Information durch die örtlichen Jobcenter. Wir haben schon Oktober, Leute!! Bis 2014 ist nicht mehr lang hin. Was wollt und müsst ihr den Leuten sagen, was alles schief gehen kann. Macht euch das klar und sagt es offen und ehrlich, frei heraus. Dann kann man dafür auch Verständnis haben! Alles klar?!

Das sagt Datenschützer Peter Schaar zu Allegro: „

Ich sehe es positiv, dass keine Datenmigration aus
„A2LL“ nach „ALLEGRO“ vorgesehen ist und bei jedem
Neu- oder Weiterbewilligungsantrag die notwendigen
Daten nur in das neue Verfahren eingegeben werden.
Gleichzeitig wird der Leistungsfall im alten Verfahren
„A2LL“ eingestellt und die Daten können nach einer
Übergangsfrist gelöscht werden. Damit ist sichergestellt,
dass keine Übernahme von – teilweise datenschutzrecht-
lich problematischen – Altdaten in „ALLEGRO“ erfolgt.“

Anhang:

  • Wie der 24. Tätigkeitsbericht 2011-2012 des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Peter Schaar belegt, sind bei der Entwicklung der Nachfolgesoftware von A2LL dennoch auch datenschutzrechtliche Mängel aufgetreten. http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Pu… (S. 156/dig.159) (Dieser Bericht wurde am 24. April 2013 dem Präsidenten des Deutschen Bundestages,Herrn Dr. Norbert Lammert, überreicht)
  • 12 Arbeitsverwaltung. . . .  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
    12.1 Arbeitsverwaltung, SGB II . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
    12.1.1 Aufsichtszuständigkeit über die Jobcenter als gemeinsame Einrichtungen .  . . . . . . . . . . . 155
    12.1.1.1 Aufsicht über die Jobcenter – Neue Aufgaben und Aktivitäten des BfDI . . . . . . . . . 155
    12.1.1.2 Behördliche Datenschutzbeauftragte in den Jobcentern . 155
    12.1.1.3 Nicht nur die Kunden der Jobcenter haben Mitwirkungspflichten . . . . . . . . . . 156
    12.1.2 Neues Leistungsgewährungsverfahren der Bundesagentur für Arbeit: „ALLEGRO“ soll „A2LL“ ablösen . . .156 (Digitaleingabe: 159)
    12.1.3 Einzelfälle . . . . . . . . . . . . . . . 156
    12.1.3.1 Hausbesuch mit Erfassung des Wohnungsinventars aufgrund einer anonymen Anzeige . . . . 156
    12.1.3.2 Beratung in Doppelbüros . . . .. . 157
    12.1.3.3 Dürfen Jobcenter Daten aus sozialen Netzwerken verwenden? . . . 157
    12.1.3.4 Übermittlung von Stellungnahmen der Arbeitnehmer an ehemalige Arbeitgeber . . . .. . 158
    12.1.3.5 Übermittlung eines Ärztlichen Gutachtens ans Sozialamt . 158
    12.1.3.6 Erhebung und Speicherung einer Vielzahl von Unterlagen in den Jobcentern . .  . 159
    12.1.3.7 Übermittlung von Sozialdaten an Vermieter .. . 160
    12.1.3.8 Gesundheitsdaten im Jobcenter . . .160
    12.1.3.9 Personaldatenschutz in Jobcentern – aus einer Hand .  160
    12.2 Arbeitsverwaltung, SGB III . . .  . . . . . . 161
    12.2.1 E-Akte der Bundesagentur für Arbeit . .  161
    12.2.2 Forschung und Planung in der Arbeitsverwaltung . .. 162
    12.2.3 Gesundheitsdaten bei den Agenturen für Arbeit . .. 162
    12.2.4 Einzelfälle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .163
  • Siehe auch a.a.O: „Reform von „Hartz IV“ – Bildungsgutscheine und Datenschutz . S. 179

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